Institut für päd. Diagnostik

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Institut für pädagogische Diagnostik

Verhalten im Allgemeinen kann nicht einfach auf der Ebene des beobachtbaren Verhaltens beurteilt werden, sondern ist immer Ausdruck eines Erfahrungsprozesses des Individuums.

Problematisches Verhalten z.B. bei Kindern und Jugendlichen ist immer als Ergebnis eines sozialisatorischen Prozesses zu sehen, dem das Kind - mindestens seit seiner Geburt - ausgesetzt ist.

Vereinfacht gesagt ist davon auszugehen, dass das jeweilige Kind auf diejenigen Strukturen reagiert, die ihm durch sein Umfeld, in der Regel wird das zunächst die Familie sein, vermittelt werden. Auf dieser Grundlage muss das jeweilige Verhalten eines Menschen immer als sinnhaft erkannt werden. Auch dann, wenn es dem Anschein nach oder tatsächlich diesem Menschen in der Folge seiner Entwicklung schadet.

Ausgehend von der Überlegung, dass professionelle Hilfe in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit immer mit dem Problem konfrontiert ist, diesen (fremden) Sinn verstehend zu erschließen, kann die Gründung des Instituts für pädagogische Diagnostik als der Versuch betrachtet werden, diese Verstehensprozesse auf eine methodische Grundlage zu stellen und in der Sozialen Arbeit zu verankern. Um auf diese Weise Interventionsstrategien entwickeln zu können, die der Individualität des jeweiligen Einzelfalles Rechnung trägt.

Obwohl, wie viele PraktikerInnen der Sozialen Arbeit einräumen, Entscheidungsprozesse z.B. in der Kinder- und Jugendhilfe sich eher auf intuitive Einsichten über die Problematik der Klientel stützen müssen, konnten wir zu Beginn unserer Tätigkeit kaum Ansätze ausmachen, diesen Mangel zu beheben.

Zu den gravierendsten Folgen dieser Tatsache gehört nicht nur die anwachsende Unzufriedenheit über die Unzulänglichkeit mancher Entscheidung bei den MitarbeiterInnen sozialer Dienste, sondern vor allem die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Kinder, Jugendlichen und Familien. Das vielfach anzutreffende Unvermögen, die faktische Problemgestalt zu erkennen, hat in nicht wenigen Fällen zu den berüchtigten ‚Odysseen‘ durch verschiedenste Einrichtungen geführt. Dass der angestrebten Autonomie der Kinder und Jugendlichen damit kein Gefallen getan wurde, versteht sich von selbst.

Der biographische Ansatz, wie er sich seit einigen Jahren auch in der Sozialpädagogik immer stärker durchzusetzen beginnt, kann hier einen Ausweg bieten. Mithilfe eines auf die Erfordernisse der Sozialen Arbeit zugeschnittenen Methodenarrangements, das sich in der Hauptsache auf das »Narrative Interview« nach Fritz Schütze und die »Objektive Hermeneutik« nach Ulrich Oevermann begründet, kann es in einem viel präziseren Sinne gelingen, einen Zugang zu den Lebenswelten von Kinder, Jugendlichen und Eltern zu finden und deren Problematik gleichsam von innen zu erschließen, als dies im Rahmen konventioneller Verfahren möglich ist.

»Pädagogischen Diagnostik« ist die Bedingung für professionalisiertes Handeln und bildet von daher die Grundlage des pädagogischen Handlungskonzeptes der Kinder- und Jugendhilfe unter der Trägerschaft der gemeinnützigen Erziehungshilfe GmbH.

Die Erfahrung, die wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen Familiengerichten, Jugendämtern und Jugendhilfe-Einrichtungen im In- und Ausland sammeln konnten, lässt den Schluss zu, dass bei Einsatz dieser Methode ein erheblicher Effizienzzuwachs zu verzeichnen ist, der sowohl den professionellen HelferInnen als auch und vor allem den Kindern und Jugendlichen unmittelbar zugute kommt.

Ein weiterer Vorteil ist darüber hinaus in der leichten Erlernbarkeit der Analysetechniken zu sehen, die ihre Schlussfolgerungen jeweils am konkreten Einzelfall erarbeiten, so dass sie jederzeit nachvollzogen und überprüft werden können.